Der optimale Klang

  • Hallo Leute,

    dieses Topic soll ein kleines, wachsendes aber informatives HowTo werden, welches sich um bestimmte Grundlagen, Tricks und Kniffe dreht, welche euch erleichtern sollen den optimalen Klang in Heimkino/Wohnzimmer/was auch immer zu bekommen.
    Es werden Themen behandelt wie, Aufstellung des Subwoofers, was bringt einmessen im Raum, worauf man achten sollte bei der Komponentenauswahl etc.

    Dieses Topic wird direkt gelocked! Wer etwas beitragen möchte, kann gerne Bescheid geben. Sollte es Fragen oder auch Diskussionsbedarf geben, der sollte bitte ins entsprechende Diskussionsthema zu "Der optimale Klang"

    Inhaltsverzeichnis:

    mad-max

  • Bei manchen Filmen oder auch andere Medien in 5.1 ist die Abmischung nicht das Wahre. Der LFE-Kanal ist so schlecht gemischt, dass es keinen Unterschied macht, ob der Subwoofer an ist oder nicht.

    Wer einen AV-Receiver mit Bassmanagement hat (fast alle Modelle der letzten Jahre) und Pre-Outs für die Front-Speaker kann einen Trick anwenden um die Bassperformance teils deutlich zu steigern. Sowohl klanglich als auch vom Bassruck her.

    Wie das geht?

    Stellt die Front-Speaker im AVR Menü auf Large, und deaktiviert den LFE. Das sollte bewirken, dass alle Frequenzen, auch die LFE Spur auf die Front-Kanäle weitergeleitet werden. Jetzt zieht ihr den Subwoofer am Pre-Out des LFE am AVR ab und steckt ihn in die Pre-Outs der Frontspeaker.

    Damit jetzt nicht der Subwoofer die volle Breitseite spielt, dreht ihr die Trennfrequenz am Subwoofer etwas runter. Die genaue Einstellung ist eine Frage des Ermessens und hängt sowohl mit dem Subwoofer als auch mit den Front-Speaker zusammen. Da sollte man mal ein paar Trennfrequenzen probieren um das Optimum rauszukriegen.

    Diese Einstellung sollte beim ein oder anderen für ein besseres Bassmanagement sorgen.

  • Oft liest man im Internet den Tipp zur Aufestellung des Subwoofers: Stellt den Subwoofer an die Hörposition und kriecht auf dem Boden rum. Dort o es am besten klingt stellt den Subwoofer hin.
    Dieser Tipp ist leider falsch aufgrund eines wichtigen Aspekts:
    Der Direktschall ist zwar konstant und dieser wird sich auch von der erdachten Position gut anhören, jedoch werden dabei die indirekten Schallanteile unterschlagen.
    Aufgrund von unterschiedlichen Abständen zu den Seitenwänden werden auch unterschiedliche Schallreflexionen im Raum erzeugt. Anhand dieser Unterschiede der räumlichen Bedingung
    "kann" der Subwoofer ganz anders klingen als vorher.
    Ausserdem sollte ein Subwoofer nicht nah an eine Wand und vor allem nicht in eine Ecke gestellt werden. Durch das Schalldruckmaximum neigt der Subwoofer schnell zum extremen Dröhnen.
    Das resultiert aus stehenden Wellen.

    Zitat

    Eine stehende Welle entsteht dann, wenn die halbe oder ein Vielfaches der halben Wellenlänge einer Frequenz exakt in den Raum passt und
    hier von den gegenüberliegenden Wänden reflektiert und überlagert (aufgedickt) wird. Ist der Raum beispielsweise vier Meter lang,
    entspricht dies einer Wellenlänge von 86 bzw. einer halben Wellenlänge von 43 Hertz. Das bedeutet, Frequenzen von 43 und
    86 Hertz entwickeln eine stehende Welle.


    Das sind beides typische Frequenzen eines Subwoofers. Somit sollte es fast durchgehend dröhnen.
    Daher empfiehlt sich den Subwoofer wenn möglich 1/4 in den Raum zu stellen. Die meisten Subwooferfrequenzen haben hier ihr Schalldruckminimum, was darin resultiert, dass
    es nur zu schwachen stehenden Wellen kommt und es nicht mehr dröhnt.

    Ein weiterer Vorteil ist, dass der Bass homogener wird. Der Unterschied im Bass zwischen leisen und lauten Szenen sollte vom Bassdruck und der Performance keine großen Sprünge machen.

  • Mit Sicherheit hat von euch jemand Standlautsprecher mit mindestens einer Bassreflexöffnung, welche nach hinten abstrahlt.

    Bei größeren Lautsprecher mit entsprechendem Volumen und tiefen Frequenzgang können diese Lautsprecher auch dazu neigen zu dröhnen.
    Ähnlich wie beim Subwoofer ist das meist an der wandnahen Aufstellung und stehenden Wellen geschuldet.

    Das ganz lässt sich recht simpel und auch kostengünstig umgehen.

    Was braucht ihr?
    Eigentlich nur ein kleines Stück Noppenschaumstoff, welches ihr wie Ohropax formt und hinten in die Bassreflexöffnung schiebt.

    ACHTUNG: Der Stopfen sollte nicht zu locker sitzen, aber auch NICHT fest reingepresst werden!

    Danach sollte des Dröhnen, zumindest wenn es daran lag, verschwunden sein.

  • Nicht nur der Subwoofer hat ein paar Faustregeln zur Aufstellung. Auch die anderen 5 sollten nicht einfach so in den Raum geworfen werden.

    Im Idealfall sollten alle fünf Lautsprecher kreisförmig um die Hörposition aufgestellt werden. Somit hat jeder Lautsprecher den gleichen Anbstand zur Hörposition.
    Die Verteilung sollte dann im Uhren-Vergleich so aussehen:
    Der Hörer nimmt den Platz in der Mitte des Kreises ein.
    Der steht auf 12 Uhr und wenn möglich mittig vom Bildgeber (TV/Beamer).
    Front-Left steht auf 11 Uhr, Front-Right steht auf 1 Uhr.
    Surround-Left steht auf 8 Uhr und Surround-Right auf 4 Uhr.

    Gerade im Wonhzimmer ist das Ganze meist schwierig zu gestalten. Um Laufzeitdifferenzen auszugleichen, sollte man, sofern der AVR das hat, ein Einmessprogramm nutzen um den
    richtigen Abstand der Lautsprecher zu kennen. Der AV-Receiver kann diese Differenzen dann ausgleichen.
    Sollte der AVR keine Einmessautomatik haben, lohnt es sich vielleicht dennoch ein Blick ins Setup zu werfen. Auch die älteren Modellen können den Laufzeitausgleich. Dort müssen nur die Entfernungen manuell eingegeben werden.

  • Wenn es um die Anschaffung eines neuen Subwoofers geht, dann gibt es ein paar Sachen zu beachten. Eine der Fragen ist nach dem Prinzip des Subwoofers.
    Kaufe ich einen Frontfire-Subwoofer (Chassis nach vorne gerichtet) oder einen Downfire (Chassis nach unten gerichtet)?

    Im Prinzip macht man die Entscheidung an zwei Kernpunkten fest:
    1) Wie sieht meine Gebäudestruktur aus?
    Altbauwohnungen mit kaum gedämmten Decken schlucken viel vom Bass wenn man dort einen Downfire betreibt. Hierbei wird der die Schallwelle nach unten abgegeben und man spürt den Bass eher physisch (rumpeln und wackeln).
    Wer schon Jurassic Park 1 mit nem netten Downfire gesehen hat weiss was ich meine...
    Durch die solide Bauweise neuerer Gebäude geht jedoch weniger Bass verloren und es dröhnt nicht so schnell im Wohnzimmer bei einem Downfire.
    Somit sollte man eher auf den hörbaren Schall eines Frontfires setzen, wenn man ein älteres Gebäude hat.

    2) Wie tolerant sind die Nachbarn?
    Oben schon angesprochen wird der Bass im Altbau doch eher geschluckt. Was aber nicht heisst, dass die Nachbarn unten drunter nix mitbekommen. Denn dort fallen eventuell die Gläser aus dem Schrank auch schon bei geringer Lautstärke.
    Um dies zu vermeiden sollte man Frontfire und Schall in den wohnraum einsetzen.
    Wem die Meinung der Nachbarn egal ist, oder wer einfach keine hat, der hat natürlich die freie Wahl!

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